Ausbildung: Erste-Hilfe-Kurse für 12.000 Schüler in Bayern
Fünf große Hilfsorganisationen einigen sich auf umfassenden Aktionsplan
Jährlich 12.000 bayerische Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 16 Jahren sollen bis zum Jahr 2014 intensive Ausbildungen im Bereich der Ersten Hilfe erhalten.
Auf diesen Aktionsplan haben sich die in der „Landesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe“ zusammengeschlossenen Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Bayerisches Rotes Kreuz (BRK), Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und Malteser Hilfsdienst (MHD) verständigt. Finanziert werden die Maßnahmen durch das Bundesinnenministerium. Vorgestellt wurde das Programm heute im Bayerischen Landtag unter Beisein des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann.
„Wir sollten uns stets vor Augen führen, dass jeder – sei es bei Unfällen im Haushalt, beim Sport, am Arbeitsplatz oder im Straßenverkehr – einmal auf gute Erste Hilfe angewiesen sein kann“, sagte Herrmann. „Der 'Aktionsplan für Bayerns Schüler: Erste-Hilfe-Ausbildung und bürgerschaftliches Engagement' ist daher eine außerordentlich gute Idee, die jede Unterstützung verdient. Er bietet die Möglichkeit, junge Menschen für das Thema zu sensibilisieren, ihnen grundlegende und fundierte Kenntnisse in der Ersten Hilfe zu vermitteln und gleichzeitig ihr Bewusstsein für bürgerschaftliches Engagement zu stärken.
Nach Ansicht der Landesarbeitsgemeinschaft können die grundlegenden Kenntnisse der Ersten Hilfe bereits in jungen Jahren erlernt werden. Neben Schulen sollen auch gezielt Jugendverbände und Jugendgruppen in Vereinen angesprochen werden. Durch die Absprachen zwischen den fünf großen Organisationen ist es möglich, Kurse in ganz Bayern anzubieten. Das Lehrprogramm umfasst insgesamt zwölf Unterrichtsstunden und setzt sich zusammen aus Themen wie lebensrettende Sofortmaßnahmen, Wundversorgung, Erste Hilfe bei Gelenk- oder Knochenverletzung, Erste Hilfe bei Vergiftungen sowie Notfallvorsorge und Selbstschutz im Haus.
Das Programm soll sich jedoch nicht darauf beschränken, Wissen im Bereich der Ersten Hilfe zu vermitteln – die fünf Organisationen verfolgen darüber hinaus das Ziel, die Sozialkompetenz der Kinder und Jugendlichen nachhaltig zu stärken. Bei bestimmten Ereignissen, die Zivilcourage erfordern, sollen Jugendliche nicht wegschauen – sie sollen Mittel an die Hand bekommen, damit sie in solchen Situationen hinsehen und helfen können. Die fünf großen Hilfsorganisationen in Bayern sind sich ihrer Verpflichtung bewusst, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen weiter auszubauen und zu intensivieren.